Glutamin Einsatzgebiet und Wirkung










Glutamin ist mit ungefähr 50% die Aminosäure, die am häufigsten in unserem Blutkreislauf vorkommt. Sie gehört zu den nicht-essenziellen Aminosäuren, da sie vom Körper selbständig hergestellt werden kann. Dennoch kann es vorkommen, dass Glutamin schnell zu einer semi-essenziellen Aminosäure wird, wie zum Beispiel bei (ernsthaften) Krankheiten, hier können körpereigene Glutaminspeicher schnell entleert werden. Darüberhinaus kann sie zur Synthese anderer Aminosäuren und Glucose genutzt werden.


In verschiedenen Studien wurde eine Stärkung des Immunsystems festgestellt. Eine der für unseren Sport interessanten Studien, ist die Rennpferd-Studie von Brincker, Bettina (2004): Einsatz von L-Glutamin und seine Wirkung auf den antioxidativen Status bei Galopprennpferden. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät


Laut der durchgeführten Studie, kommt es zu einem signifikant geringeren Anstieg der Kreatinkinase in der glutaminsupplementierten Gruppe, was auf eine Reduzierung von Muskelgewebeschäden hinweist.



Einsatzgebiet/Wirkung

Stärkung des Immunsystems, geringerer Anstieg der Kreatinkinase, Erhöhung Zellvolumen


Mögliche Nebenwirkung:

Magen-/Darmbeschwerden in höheren Dosierungen


Dosierungsbereich:

Nach Bedarf, i.d.R. 2-40 g pro Tag


Vorkommen:

Glutamin kommt im Körper und in proteinreicher Nahrung vor.

("Der Steroidersatz 2006- D. Sinner)



Studie

„Abstract

Starke körperliche Belastung verursacht sowohl bei Menschen als auch bei Tieren eine gesteigerten Genese von Sauerstoffradikalen. Eine maximale Trainingsbelastung von Galopprennpferden führt auch bei diesen Tiere zu oxidativem Stress. Durch nutritive Aufnahme von Antioxidantien wird der antioxidative Schutz des Organismus verbessert und dieser oxidative Stress verringert. Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, die Hypothese zu prüfen, dass durch orale Supplementierung der Aminosäure L-Glutamin die intrazelluläre Konzentration des Antioxidans Glutathion zunimmt und dadurch oxidativer Stress abgemildert wird. Glutamin dient als Substrat für die Glutathion-Synthese, dem wichtigsten intrazellulär wirksamen antioxidativen System und hat zahlreiche andere positive Stoffwechselfunktionen. Zur Untersuchung der protektiven Wirkung von Glutamin auf den antioxidativen Status wurde geplant, Hürdenrennpferden, die in vollem Training stehen und damit extremer physischer Belastung ausgesetzt sind, diese Aminosäure über das Futter zu supplementieren. Diese Untersuchungen konzentrierten sich auf ein Grasbahntraining über 3000 Meter, bei dem die Pferde mit hoher Geschwindigkeit über Hindernisse geritten wurden. Die Pferde wurden in eine Kontrollgruppe (K) und eine glutaminsupplementierte Gruppe (G, 20g Glutamin /100kg KGW über vier Tage vor und am Tag des Grasbahntrainings) eingeteilt. Der Verlauf der Glutaminkonzentration im Serum wurde erfasst. Ausgewählte Parameter zur Beurteilung des antioxidativen Status (GSH und GSSG, TEAC, Vitamin E, Vitamin C) und für Gewebeschäden, die auf eine Muskel- oder Leberbelastung sowie auf eventuelle Nebenwirkungen hinweisen, wurden bestimmt (Aktivitäten der Enzyme: CK, LDH, AST, GLDH; klinisch-chemische Parameter: Laktat, Bilirubin, Harnstoff, Kreatinin, Gesamteiweiß und das Blutbild). Allen Versuchstieren (K und G) wurden innerhalb einer Messperiode, vier Blutproben entnommen: Vorwerte (vw) vier Tage vor dem Grasbahntraining, Werte vor der Belastung (vT), direkt im Anschluss an die Belastung (nT1) und 20 Stunden nach der Belastung (nT2). Folgende Ergebnisse wurden erzielt: Das oral supplementierte Glutamin wurde von den Pferden gut vertragen. Nebenwirkungen waren weder im Verhalten der Tiere noch im Blutbild zu erkennen. In der glutaminsupplementierten Gruppe konnte ein signifikanter Anstieg der Glutaminkonzentration im Blut gemessen werden. Somit war eine vermehrte Bereitstellung für die GSH-Synthese gegeben (G vw: 400 ± 54µmol/l; G vT: 600 ± 80µmol/l). Von den zur Beurteilung von potentiell auftretenden Organschäden gemessenen Parametern waren die mittleren Enzymaktivitäten von GLDH und LDH sowie die mittlere Konzentration von Kreatinin nach dem Training höher (nicht signifikant), während das Laktat erwartungsgemäß deutlich anstieg. Die übrigen gemessenen Parameter (Harnstoff, Gesamteiweiß, AST) blieben durch die Glutaminsupplementierung und das Grasbahntraining unbeeinflusst. Die Parameter zur Beurteilung des antioxidativen Status wiesen in der glutaminsupplementierten Gruppe höhere GSH- (KnT1: 803 ± 182µmol/l; GnT1: 891 ± 277µmol/l) und niedrigere GSSG-Mittelwerte (K nT1: 116 ± 79µmol/l; G nT1: 101 ± 65mmol/l) auf. Auch die Mittelwerte der TEAC (K nT1: 0,290 ± 0,048 mmol/l; G nT1: 0,321 ±0,026 mmol/l) und der Vitamin C-Konzentrationen (K nT2: 11,23 ± 5,53µmol/l; G nT2: 13,46 ± 2,99µmol/l) waren höher in der glutaminsupplementierten Gruppe. Diese Unterschiede sind zwar statistisch nicht signifikant, aber die Vielzahl der erwartungsgemäßen Veränderungen der einzelnen Parameter des antioxidativen Status unterstützen die Hypothese der Steigerung der GSH-Synthese infolge der Glutaminsupplementierung. Von besonderer Relevanz für die Praxis ist wahrscheinlich der signifikant geringere Anstieg der Kreatinkinase (K nT1: 5559 ± 2484 nkat/l; G nT1: 3622 ± 627 nkat/l) in der glutaminsupplementierten Gruppe, welcher auf eine Reduzierung von Muskelgewebeschäden hinweist. Es wäre interessant, die Wirkung von Glutamin bei einer größeren Anzahl von Pferden und unter maximaler Belastung, wie sie zum Beispiel in einer realen Rennsituation gegeben ist, und in der anschließenden Regenerationsphase zu überprüfen, da dann die Glutaminwirkung wahrscheinlich eindeutig nachgewiesen werden kann.“

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/2800/(02.02.2020)

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